Vegan / Pflanzenbasiert mit Kind: So begenest du lästigen Fragen und Kommentaren

Im letzten Artikel haben wir uns über Gründe, die für eine pflanzliche Ernährung für Mama & Kind sprechen, näher angesehen. Heute möchte ich auf ein paar häufig gestellte und lästige Fragen eingehen, denen du dich früher oder später vermutlich stellen darfst.


Lästige Fragen und Kommentare

„Um mit Omega-3-Fettsäuren versorgt zu sein, musst du Fisch essen.“

Das ist schlicht weg falsch. Selbst Fischöl ist ein Umweg, denn der Fisch bekommt sein Omega 3 aus Algen. Somit nehmen wir den direkten Weg und gönnen uns Algenölkapseln und ersparen uns zudem fische Schwermetallbelastung mit Methylquecksilber und Co, was außerdem die kognitive Entwicklung deines Kindes beeinträchtigen kann.

„Innereien sind besonders nährstoffreich.“

Ja, wir brauchen Vitamin A. Doch wie alle fettlöslichen Vitamine kannst du davon auch mal zu viel erwischen, so wie das beim Konsum von Tierleber passieren kann. Hier ist die Vitamin-A-Konzentration so hoch, dass sie den Fötus sogar schädigen kann. Betacarotin kommt in vielen bunten Gemüse- (orange, rot, grün wie Paprika, Tomaten, Kohl)- und Obstsorten (orange wie Mango, Aprikose) vor. Es wird vom Körper in Vitamin A umgewandelt und kann in dieser Form nicht überdosiert werden.

„Wo bekommt ihr denn das ganze Protein her?“

Abgesehen davon, dass der Proteinbedarf in allen Lebensphasen locker pflanzlich gedeckt werden kann (sogar in grünen Blättern und Karotten ist Protein enthalten, von Hülsenfrüchten ganz zu schweigen), ist der Großteil der omnivoren Bevölkerung überversorgt. Das führt im Darm zu erhöhter Fäulnisproduktion, was wiederum Leber und Nieren überlastet. Der Verzicht auf tierisches Eiweiß hilft sogar dabei, dass Kinderkrankheiten milder bis unbemerkt verlaufen – natürlich immer unter der Voraussetzung, dass die Ernährung vollwertig ist. Außerdem ersparst du dir mit dieser Ernährung einen Haufen an ungünstigen Fettsäuren, Cholesterin und unnötigen Kalorien, die du in der pflanzlichen Ernährung weit klüger aufnehmen kannst.

„Vegan ist eine Mangelernährung.“

Die Versorgung mit Nährstoffen wie Vitamin D, Iod und Vitamin B12 ist nicht nur eine Problematik von Veganern. Beim B12 kommt es eher als veganes Problem daher, da Veganer ihr Blut häufiger darauf untersuchen lassen und dann einen Mangel aufweisen. Zudem ist es das Energievitamin, von dem alle Langaufbleiber, Partylöwen und Spätarbeiter mehr brauchen, unabhängig davon, wie sie sich ernähren. Die Vitamin-D-Problematik trifft auf alle in unseren Breitengraden Lebende zu, besonders im Winter und die iodarmen Böden betreffen auch nicht nur Pflanzenfresser, die außerdem häufig besser mit Folsäure, was vor allem für eine geplante Schwangerschaft wichtig ist und Magnesium besser versorgt sind. Und noch ein Punkt zum Mangelgedanken: Menschen, die sich pflanzlich ernähren, sind meist viel experimentierfreudiger was super für den Nachwuchs ist, denn der bekommt von Anfang an die Offenheit für viele verschiedene Geschmäcker mit.

„Sind vegane Kinder nicht irgendwie schwächer?“

Vegane Kinder sind meist schlanker und auch etwas kleiner als Omni-Kids. Auch wenn sich das bis zum 10. Lebensjahr wieder ausgleicht, ist zu hinterfragen, ob weniger Gewicht und Größe nachteilig sein kann. Wir in der westlichen Bevölkerung sind sowieso eher übergewichtig. Das sagt nicht der BMI (der auch angeglichen wird, damit statistisch nicht zu viele aus der Reihe fallen), sondern auch unser unnatürlicher Lebensstil (Industriekost, viel Gekochtes). Dafür liegt der IQ bei kleinen Pflanzenfressern höher. Umso pflanzlicher die Ernährung ausfällt, desto höher fällt auch der Intelligenzquotient aus (Artikel siehe hier).

„Vegane Ernährung ist gefährlich. Du bist verantwortungslos, ich werde das Jugendamt informieren.“

Das ist zugegebenermaßen ein etwas drastisches Beispiel (wobei ich schon von Fällen, in denen das Jugendamt eingeschaltet wurde, gehört habe), doch diese Vorwürfe kommen vor. Wenn du deine Ernährung gut planst, auf „kritische“ Nährstoffe achtest sowie auf Ausgewogenheit, Vollwertigkeit und Abwechslung, brauchst du dir gar keine Gedanken zu machen. Du triffst immer nach aktuell bestem Wissen und Gefühl die beste Entscheidung für dein Kind. Es gab wie im letzten Artikel erwähnt Fälle, in denen vegane Kinder kein Vitamin B12 bekommen haben bzw. sie statt Fläschchen, die immerhin noch mit Nährstoffen angereichert sind, Selbstzusammengebrautes bekamen, was nicht gut ausging. Solche Schlagzeilen bringen die „Szene“ in Verruf und halten sich hartnäckig. Wissen, heitere Gelassenheit und Empathie werden dir in schwierigen Situationen weiterhelfen.

Wie gehst du damit um?

Zu allererst gilt es herauszufinden, welches Problem der Fragende denn eigentlich hat. Ist es jemand, der dir wohlgesonnen ist, wie zum Beispiel ein besorgtes Familienmitglied, dann nimm dir Zeit, um alle Sorgen zu besprechen. Du kannst z.B. Das Statement einer positiv eingestellten Ernährungsgesellschaft ausdrucken (z.B. Australien) und gemeinsam durchgehen, Dr. Gregers‘ wissenschaftlich basierte Website herzeigen oder mit deinem Wissen sachlich argumentieren. Wenn dein Gegenüber deine Überzeugung spürt und wie sehr es dir am Herzen liegt, deinen Lebensstil und damit verbundene Gesundheit & Werte auch an deinen Nachwuchs weiterzugeben und zudem alle Zweifel aus dem Weg geräumt wurden, stehen die Chancen für ein friedliches Miteinander gut 😊.

Sollte dich jemand provozieren wollen oder sich hier einfach respektlos oder gemein verhalten, hat das meist etwas mit dem oder derjenigen zu tun und oft gar nicht mit dir (außer du bist noch unsicher!). Vielleicht fühlt sich dein Gegenüber schon alleine durch deine Lebensweise angegriffen (meist sind es ja ohnehin die Omnis, die uns doof kommen und nicht umgekehrt) und würde gerne selbst so oder ähnlich leben. Solange du keinen „Ihr-seid-alle-unreflektierte-und-herzlose-Fleischfresser“-Missionierungstripp startest und selbst tolerant und undogmatisch bleibst, wird sich alles lösen lassen.

Hol‘ dir zur Nährstoffdebatte hier (runterscrollen 😊) meinen kostenlosen E-Mail-Videokurs.

Mein Buch Mama Pflanzenfresser: Vegan gesund von Anfang an (dein Begleiter für die Zeit von vor der Schwangerschaft bis nach der Beikost) findest du hier.

Viel Freude, Sicherheit und ein gutes Gefühl mit deinem Lebensstil – für dich und deine Familie wünscht dir

Deine Manu

 

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