Vegan für Mama und Kind: Heute räumen wir mit deinen Zweifeln auf

Du ernährst dich pflanzlich bzw. vegan und bastelst an einem Baby? Hast du Bedenken? Und was sagen eigentlich die Ernährungsgesellschaften dieser Welt dazu?

Ich habe mein Buch Mama Pflanzenfresser – Vegan gesund von Anfang an überarbeitet und aktualisiert, somit gibt es jetzt eine 2. Auflage auf amazon. Zu diesem Anlass gibt es eine kleine Mama-Pflanzenfresser-Spezial-Reihe für dich.

Schiss?

Heute möchte ich dir nicht nur die Angst davor nehmen, dass du mit deiner Ernährung deine eigene und vor allem die Gesundheit deines Babys gefährden könntest, sondern dir sogar Gründe darlegen, die absolut dafürsprechen, deine pflanzliche Ernährungsweise beizubehalten. Dazu gehe ich auf Probleme der einzelnen tierischen Produkte und Vorzüge der pflanzenbasierten bzw. veganen Ernährung ein. Wie du bereits aus einem früheren Artikel weißt, zählt der Mensch von seiner Physiologie her eher zum Pflanzen- als zum Fleisch- bzw. Allesfresser. Noch genauer sogar zu der Gattung der Frugivoren, also der Früchte-Esser.

Grundsätzlich ist die pflanzenbasierte Ernährung hinsichtlich Schadstoffbelastung, Cholesterin und Nährstoffdichte vorteilhaft.

Doch bei der Schwangerschaft hört es sich auf. Hier werden viele Gegenstimmen laut. Vorwürfe, man handle verantwortungslos prasseln auf einen ein. Mit Aussagen wie „Du musst doch Fleisch essen, um euch gut zu ernähren, euch beiden fehlt ja sonst bestimmt etwas.“ und dergleichen darfst du dich dann rumschlagen.

Was sagen die Ernährungsgesellschaften?

Die Ernährungsgesellschaften sehen das Thema unterschiedlich. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) ist hier kritisch eingestellt was die Phasen rund um Mama und Kind betrifft und sieht hier Risiken aufgrund der kritischen Nährstoffe. Falls du dir diesbezüglich Sorgen machen solltest, hol dir meinen kostenlosen E-Mail Videokurs dazu (runterscrollen).

Andere Ernährungsgesellschaften wie jene in USA, Kanada, Portugal oder Australien (siehe folgendes Zitat) sehen hier bei guter Planung und Durchführung kein Problem.

„Appropriately planned vegetarian diets, including total vegetarian or vegan diets, are healthy and nutritionally adequate. Well-planned vegetarian diets are appropriate for individuals during all stages of the lifecycle. Those following a strict vegetarian or vegan diet can meet nutrient requirements as long as energy needs are met and an appropriate variety of plant foods are eaten throughout the day. Those following a vegan diet should choose foods to ensure adequate intake of iron and zinc and to optimise the absorption and bioavailability of iron, zinc and calcium. Supplementation of vitamin B12 may be required for people with strict vegan dietary patterns.“

Also ist es wichtig, vielfältig, ausreichend und nährstoffreich zu essen bzw. auf die kritischen Nährstoffe zu achten, die oft nebenbei bemerkt kein rein veganes Problem sind.

Wenn du also nur noch Reis isst, ist es nicht unwahrscheinlich, dass das für euch beide schädlich sein kann. Wenn du nur Käse isst, allerdings auch – also betrifft die gute Planung im Grunde genommen alle Ernährungsformen. Es gab Fälle, in denen Eltern ihren Veggie-Kindern kein Vitamin B12 verabreicht haben, die nicht gestillt und statt Fläschchennahrung selbst was zusammengebraut haben, das den Nachwuchs nicht ausreichend versorgen konnte und das hat die pflanzliche Ernährung für diese heiklen Phasen in Verruf gebracht.

Warum keine Milch?

Sehen wir uns zur Beantwortung dieser Frage doch mal an, was Milch eigentlich ist. Milch ist – egal von welcher Spezies – Muttermilch für das jeweilige Baby, damit es wächst und gedeiht. Bist du aber kein Baby oder Kleinkind mehr, vermehren sich die Zellen in deinem Körper auch, da die (Mutter-)Milch Wachstum signalisiert, was für Erwachsene eher das Wachstum von Tumorzellen begünstigt und somit Krebs. Auch wenn die Milch hier kein Auslöser zu sein scheint, fördert sie dessen Wachstum. Auch die darin enthaltenen Hormone von unterschiedlichen Tieren sind in der ohnehin schon hormonschwangeren Schwangerschaft weder förderlich, noch lustig – soweit zu dir. Um bei der Schwangerschaft zu bleiben: Kuhmilchkonsum hemmt die Eisenaufnahme. Das ist jetzt bei erhöhtem Bedarf besonders doof.

Wenn wir jetzt von Kuhmilch sprechen als Beispiel, ist sie auch für dein Baby nicht geeignet, weil ein Kalb ganz andere Anforderungen hat als ein kleines, viel feinstofflicheres Menschenkind, das eine ganz andere körperliche und vor allem geistige Entwicklung vor sich hat – und auch hier der kleine Körper mit dem Fremdhormoncocktail restlos überfordert ist – kurz gesagt: Tierische Muttermilch ist auch ganz anders zusammengesetzt als Menschliche.

Woher nimmt die Kuh ihr Calcium? Überraschung: Aus Pflanzen.

Was ist sonst noch problematisch an Milchprodukten?

  • (Baby-)Bauchweh
    Durch die direkte oder indirekte (wenn die stillende Mama Milchprodukte konsumiert) Einnahme von vor allem Kuhmilch leiden Kleinkinder und Säuglinge häufig an Bauchzwicken und Blähungen. Das kann ich aus meiner Erfahrung bestätigen. Die Folge sind Verstopfung und Nahrungsmittelallergien.
  • Vergiftung
    8% der Giftstoffe die wir aufnehmen aus der Nahrung kommen aus Pflanzen, somit bleiben 92% für Tierisches übrig. Milchprodukte sind super stark belastet und steuern 54% zu unserer Vergiftung bei.
  • Diabetes und andere Krankheiten
    Milch bzw. Milchprodukte stehen in Verdacht, bei Neugeborenen Diabetes Typ I auszulösen. Das beginnt mit dem Zufüttern von Formulanahrung, die auf Kuhmilchbasis hergestellt wird. Lange dachte man, das Kasein sei dafür verantwortlich. Neueren Studien zufolge scheint es aber das darin enthaltene Rinder-Insulin zu sein, das diese Reaktionen im menschlichen Körper auslöst. Außerdem stehen Schizophrenie, Autismus, chronische Krankheiten wie ständige Ohrenentzündungen, Hauterkrankungen und Asthma in Zusammenhang mit dem Verzehr von Kuhmilch. Auch Allergien, Neurodermitis und Milchschorf treten vermehrt bei Kuhmilch-Konsum auf.

Warum keine anderen tierischen Produkte?

  • Vor allem in der Schwangerschaft sind Infektionen mit Salmonellen, Toxoplasmose (durch bestimmte Parasiten) und Listeriose (Listerien = Bakteriengattung) ein Problem. All das bekommt man zusammengefasst über rohe Fleisch-, Fisch und Milchprodukte. Auch wenn du das nicht roh verzehrst, kannst du etwas davon erwischen, in dem du vielleicht ein Schneidebrett verwendest, auf dem rohes Fleisch geschnitten wurde, etwas nicht ganz durchgegart ist, usw. Was passiert dann? Im schlimmsten Fall Früh- oder Fehlgeburt. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass auch Gartenarbeit oder das Putzen von Katzenklos zu Infektionen mit Toxoplasmose führen kann, also immer schön auf Hygiene achten. Wenn du aber all die tierischen Quellen weglässt, hast du schon mal einen großen Risikofaktor weniger. Dieser Punkt ließe sich noch näher ausführen, ich könnte auf alle 3 Infektionen extra eingehen, doch möchte ich dir hier nur einen kurzen Überblick geben bzw. Gefühl für die Themen vermitteln.
  • Omni-Mamas weisen 10x mehr Quecksilber, das das Baby-Gehirn schädigen kann, im Blut auf als Veganerinnen.
  • Bei der Milch hatten wir Diabetes Typ 1, beim Fleisch besteht aufgrund der höheren Aufnahme von Häm-Eisen ein erhöhtes Diabetes-2-Risiko (Stichwort Schwangerschaftsdiabetes), da sich das Eisen bei dieser Verbindung in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse ablegt. Dadurch wird eine Insulinresistenz hervorgerufen.
  • Fleisch ist auch belastend für den (mütterlichen) Stoffwechsel, was auch das Bauchbaby sprichwörtlich stresst, denn der Cortisolspiegel in seinem Blut steigt an, was sich auf seine langfristige Stressresistenz auswirken kann. Wenn besonders in der 2. Schwangerschaftshälfte vermehrt Fleisch, auch Fisch gegessen wird, kann das selbst erst im Erwachsenenalter den Blutdruck des Nachwuchses erhöhen, was zu vielen bekannten Folgeerkrankungen vor allem im Herz-Kreislauf-System führen kann. Das Blutdruckthema betrifft aber auch dich als Schwangere bezüglich Präeklampsie, was durch Bluthochdruck entsteht. Du kannst das Risiko an dieser Erkrankung deutlich senken, wenn nicht sogar ausschließen, wenn du dich rein pflanzlich ernährst. Probleme mit Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes gibt es in der veganen Schwangerschaft deutlich seltener als bei Schwangeren, die sich anders ernähren.

Zusammenfassend möchte ich dir mitgeben, dass die Vorteile der veganen Ernährung in der Schwangerschaft die Nachteile überwiegen , welche durch gute Planung, Ernährungskenntnisse sowie Überprüfung der kritischen Nährstoffe und gegebenenfalls Supplementierung wettgemacht werden können. Bei Bedenken schließe dich bitte immer mit dem Kinderarzt, Doc., Hebamme oder wen auch immer du zur Seite hast zusammen.

Zur Nährstoffdebatte habe ich einen kostenlosen E-Mail-Videokurs für dich zusammengestellt, den findest du hier (runterscrollen 😊). Natürlich kannst du dir auch mein Buch holen, in dem ich nicht nur auf die Nährstoffe sehr ausführlich ausgehe, sondern dich von vor der Schwangerschaft bis nach der Beikost begleite. Ich beantworte viele Fragen, die in diesem Zusammenhang mit dem pflanzlichen Lebensstil auftauchen und gehe auch auf allgemein relevante Themen in diesen Phasen des Mama-Daseins ein wie z.B. Beschwerden in der Schwangerschaft, Babypflege, uvm.

Viel Freude, Leichtigkeit und Sicherheit im Umgang mit der veganen Ernährung wünscht dir,

Manu

Anmerkung: Die Punkte, die ich auch meinem Buch habe, habe ich nicht extra angegeben. Quellen, die ich für diesen Artikel durchgearbeitet habe, habe ich im Text verlinkt.

 

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