Kindergartenfrei: Mit Leichtigkeit unerwartete Situationen meistern // Wenn Kinder nicht in den Kindergarten gehen wollen

Dein Kind will nicht in den Kindergarten?

Oh Gott, was machst du denn nun? An den Haaren zerren und hineinschleppen? Oder gibt es vielleicht andere Lösungen für solch eine Situation?

Ich möchte heute mit einer aktuellen Situation aus unserem Familienleben starten – doch bevor ich das tue, möchte ich dir doh eine Frage stellen:

Warum möchtest du denn, dass dein Kind in den Kindergarten geht?

  • Sind es die sozialen Kontakte? Dann vernetze dich doch im Internet, zum Beispiel hier.
  • Ist es, weil du arbeiten möchtest / musst? Dann überlege, wer euch aus eurem sozialen Umfeld, der deinen Nachwuchs kennt, unterstützen kann oder was du an deiner Arbeitssituation ändern kannst.

So gehen wir damit um

Unsere Kinder sind 3 und fast 5 Jahre alt. Mit unserem Sohn, der bald 5 wird, haben wir schon einen Kindergarten-Versuch im Herbst hinter uns. Es hat nicht so geklappt, er wollte sich nicht von mir lösen und die Sonderpädagogin meinte, es wäre jetzt wichtig für ihn. Ich hab es anders gefühlt und entschieden: Wir warten bis die Schwester 3 Jahre alt ist und sie starten gemeinsam nach den Semesterferien, das war auch sein Wunsch. Jetzt ist es so, dass er gerne gehen mag – mit ihr. Aber: Sie will nicht, was uns sehr überrascht hat, weil sie immer ganz trotzig gesagt hat: „Ich darf noch nicht in den Kindergarten.“ und immer gerne wollte. Zwei Mal habe ich sie weinend vom Kindergarten abgeholt, nun sagt sie: „Mama, ich brauche dich.“ Hier schaltet sich wieder Frau Sonderpädagogin, die übrigens nicht dabei war, als sie weite, ein: „Dein Kind will sich nur durchsetzen.“ mit einem Unterton, der mir zu verstehen gibt, das müsse unterbunden werden.

Meine Tochter sagte zu mir, dass sie traurig wäre und sie bitte, bitte nicht mehr dort hinmöchte. Unser Sohn steht sich da selbst etwas im Weg und wir werden noch überlegen, wie wir damit umgehen wollen. Aktuell sind sie beide zu Hause. Und jetzt kommt der Teil, den ich dir für heute mitgeben möchte. Mir ist wichtig, dass ich wieder mehr Zeit habe, das zu tun, was ich liebe – und zwar an verschiedenen Projekten zu arbeiten – Bücher schreiben, andere Werke lektorieren, Podcasten usw. Ich habe ihnen erklärt, dass das sehr wichtig für mich ist, ich auch Papa helfen und mehr finanziellen Beitrag leisten möchte und dass jetzt täglich bis Mittag meine Arbeitszeit ist. Ich habe ihnen erzählt, dass andere Kinder in den Kindergarten gehen – nicht nur, weil es lustig ist und sie neue Freunde finden, sondern auch, damit Eltern arbeiten gehen können, viele natürlich auch müssen und hier keine andere Möglichkeit sehen. Mir ist es wichtig, beruflich flexibel sein zu können, auch der Kinder wegen. Daher habe ich es mir auch so eingerichtet, dass alle Möglichkeiten offen sind.

Jedenfalls haben die Kids nun 3 Möglichkeiten:

  • Sie gehen in den Kindergarten
  • Sie spielen zu Hause räumlich getrennt von mir
  • Sie sind bei mir und verhalten sich möglichst leise

Und was soll ich sagen? Das klappt wunderbar! Natürlich arbeite ich nicht 40 Stunden die Woche, sondern meist 2-3 am Vormittag und nochmal 2 Stunden spätabends – doch jede Stunde zählt, für die Kinder ist es ganz klar geregelt. Als ich bemerkt hatte, dass das mit dem Kindergarten nicht so einfach wird, wie ich es mir vorgestellt hatte, war das im ersten Moment auch schwierig für mich. Ich dachte: „Oh Gott, wie soll ich nur weiterkommen? Wann soll ich arbeiten – spätabends bin ich schon oft müde, unkonzentriert und auch weniger produktiv als morgens? Ich kann ja die Kinder nicht bei den Großeltern einquartieren.“ usw. Indem ich MIT ihnen arbeite und eine Lösung finde, in die ich sie integrieren kann und sie ganz klar spüren, was mir wichtig ist, bekommen wir die Situation auch gemeinsam hin.

Flexibilität und Kreativität sind gefragt

Allerdings muss ich dazusagen, dass ich vorhatte, Coachings zu geben, sobald die Kids im Kindergarten sind. Solange sie aber zu Hause sind, möchte ich das nicht, weil ja doch mal ein Kind dazustoßen könnte und ich dann vielleicht nicht so konzentriert wäre. Eine Möglichkeit, die ich noch überdenken werde ist, E-Mail-Coachings oder etwas in der Art anzubieten – auf jeden Fall werde ich weiterhin Möglichkeiten finden, um dich dabei zu unterstützen, mehr Leichtigkeit zu leben, die sich mit unserer jeweiligen Familiensituation gut vereinbaren lässt. Ich bin sicher, wenn du diesen Weg gehen willst, wirst auch du eine Möglichkeit finden!

Ein Mal Klarheit, bitte!

Jetzt magst du vielleicht denken: „Na die hat ja leicht reden, die kann ja auch von überall aus arbeiten.“ – Also: Erstens war das nicht immer so, ich war auch vor den Kindern angestellt, doch ich liebe die Freiheit und richte mir dieses Leben nach und nach so ein, wie es für mich und uns stimmig ist – das hat Vor- u. Nachteile. Ich halte mich da an den alten Spruch: „Wo ein Wille ist, da ist ein Weg“. Solltest du keinen anderen Weg sehen oder wollen, dann wird dein Kind spüren, dass es für dich keinen anderen Weg gibt und wenn dir klar ist, was dir wichtig ist und du diese Klarheit auch kommunizierst, wird es dein Kind auch spüren und eher akzeptieren, als wenn du, so wie ich, daran zweifelst, ob das mit dem Kindergarten denn jetzt unbedingt so sein muss. Diese Klarheit einem selbst und in Folge auch Kindern gegenüber ist auch in anderen Situationen sehr wichtig und wertvoll – z.B. was die Ernährung angeht, Umgang mit Medienkonsum und eigentlich alles.

Alternativen

Vielleicht wollt ihr aber auch eine andere Einrichtung oder erstmal eine Tagesmutter ausprobieren oder euch einfach mehr Zeit für die Eingewöhnung nehmen. Alternative Einrichtungen geben dazu auch in der Regel mehr Raum, der im normalen Kindergarten meist nicht zur Verfügung steht. Freunde von mir haben ihren Sohn über mehrere Wochen hinweg täglich begleitet, bis er irgendwann von selbst sagte: „So, du kannst jetzt gehen“.

Falls dieses ganze Thema Kindergartenfrei, freier Lebensstil, Alternativen zu Vorgegebenem usw. ganz neu für dich sein sollte, vernetz‘ dich doch – ich bin z.B. auf facebook in einer Gruppe, in der sich Familien austauschen und treffen, deren Kinder nicht im Kindergarten sind (Stichwort soziale Kontakte) – Die Gruppe findest du hier – daneben gibt es zahlreiche Weitere.

MIT den Kindern…

Doch nicht nur die Klarheit möchte ich heute betonen, sondern auch die Integration.

Willst du Yoga machen? Macht es gemeinsam! Willst du putzen – gib den Kindern kleine Besen und Schaufeln oder einen Lappen, je nach dem was du machen willst und binde sie mit ein! Auch Staubsaugen ist eine beliebte Tätigkeit, Stiegen wischen, Bodenflecken nass wegputzen, da darf auch mal etwas gepritschelt und viel gelacht werden (ok, ich habe da leicht reden, wir haben Fliesen).

Du willst Sport machen? Dann bewege dich mit deinen Kindern, lauf mit ihnen durch den Wald oder Park, spielt Fangen, am Spielplatz kannst du, wenn du dein Kind auf der Schaukel anschubst, wunderbar dazwischen immer Kniebeugen machen, hochspringen, was mit den Armen machen usw. – besonders beim Schaukeln finde ich geht das super – ich habe auch schon einen Beitrag zu dem Thema Bewegung und Sport im Alltag mit Kindern gemacht.

Und wenn du etwas in Ruhe für dich machen möchtest, wirst du eine Möglichkeit finden, denn auch das darf sein und ist super wichtig, hol dir Unterstützung! Aber umso mehr du die Kinder an dem teilhaben lässt, was du gerne machst, desto entspannter werdet ihr alle sein! Bedürfnisorientiert bedeutet das Miteinbeziehen der Bedürfnisse aller! Gestern wollten die Kinder in den Garten, ich hatte richtigen Waldhunger – also sind wir einfach gefahren, weil mir das gerade wichtig war und es hat ihnen dann auch super viel Spaß gemacht. Wenn ich merke, sie möchten etwas richtig gerne machen, dann machen wir das. Ich sage immer wir Mamas sind Bedürfnisjongleure.

Zusammengefasst

Wenn es mal nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast, darfst du flexibel und kreativ sein.

Du findest übrigens auch hier viel wertvolle Impulse für bedürfnisorientiertes Business- u. Familienleben.

Also kurz zusammengefasst möchte ich dir heute Folgendes mitgeben, wenn du einen kleinen Kindergarten- bzw. Fremdbetreuungsverweigerer zu Hause hast:

  • Klarheit
  • Integration
  • Flexibilität
  • Kreativität
  • Das Vertrauen (Wissen!), dass alles möglich ist.

Alles Liebe, wenig Stress und viel Freue im Miteinander,

Deine Manu

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