Erfahrungsbericht Wiener Wallfahrerweg 06 nach Mariazell + Allgemeines zum (Weit-)Wandern

In diesem ersten richtigen Blogartikel (normal kommt zuerst die Podcast-Episode und dazu ein Beitrag) Artikel) möchte ich meine Erfahrungen meiner dreitätigen Wanderung entlang des Wiener Wallfahrerwegs 06 von Kaumberg bis Mariazell mit dir teilen. Ich hatte danach gesucht und keinen brauchbaren Bericht gefunden. So freue ich mich, wenn er dir vielleicht weiterhilft und dir vor allem Lust auf Wanderschaft macht :).

Übrigens gibt es 2 Routen. Wir haben uns für 5 Etappen entschieden. Da wir nur 3 Tage Zeit hatten, sind wir bei Etappe 3 in Kaumberg eingestiegen. Die ersten beiden Etappen mit Start in Perchtoldsdorf holen wir bei Gelegenheit nach (ich bin ein Vollständigkeits-Freak :)).

Die Wegbeschreibung nach der wir uns gerichtet haben findest du hier. Daher gehe ich auch auf den Weg nicht immer im Detail ein. Wir haben uns übrigens für diesen Weg entschieden, da er anspruchsvoller ist als die Via Sacra (wobei diese auch noch auf unserer „to hike-list“ steht). Wer sind übrigens wir? Mich kennst du ja 🙂 – und meine wundervolle Begleitung war Nina, Fotografin aus Leidenschaft, die vor allem am 3. Tag bei unserer Eidechsenbegegnung vor Dankbarkeit am liebsten geplatzt wäre – doch dazu später.

Do, 15.08.2019 – Etappe 3: Kaumberg – Rohr im Gebirge
Wir starten in Kaumberg. Schon als wir unser Gepäck vergleichen, müssen wir schmunzeln. Tja, so ist das als Fotografin mit 2 Objektiven 😀 Mein Hang zum Minimalismus kommt mir jedenfalls hier eindeutig zu Gute.

 

 

Schon bei der Anreise entdecken wir die gelbe Pfeiltafel „Wiener Wallfahrerweg 06“, an der wir uns ab sofort orientieren (und notfalls bzw. unterstützend an diesen beiden).

 

 

Im Ort gibt es übrigens einen Parkplatz (ca. im Ortszentrum, einfach bei der Bank noch ein Stückchen weiter fahren und das Augenmerk auf die linke Straßenseite richten), an dem man gut ein paar Tage das Auto stehen lassen kann.
Die Sonne scheint, es geht bergauf zum ersten Zwischenziel: Ruine Araburg. Bis zu diesem Punkt wanderten wir auch auf der Via Sacra, jedoch teilt sich der Weg nun, sodass wir nur noch dem Wiener Wallfahrerweg 06 folgen – Richtung Süden mit dem Ziel Rohr im Gebirge. Da wir jedoch heute noch eine ganz schöne Strecke vor uns haben (insgesamt 24,9km und 1.309 Aufstiegshöhenmeter bei einer geschätzten Gehzeit von 10:45h) und relativ spät (9 Uhr) gestartet sind, halten wir uns hier gar nicht auf sondern investieren lieber ein paar kleine Pausen um schöne Fotos in dieser traumhaften Umgebung zu schießen.

Die Wanderstöcke stecken an dieser Stelle an meinem Rucksack, jedoch empfehle ich ihren Gebrauch schon von Anfang an. Ich hatte nach diesen 3 Tagen Wanderung mit Rucksack KEINE Rückenschmerzen (nur etwas an den Druckstellen vom Rucksack und da kann man wunderbar tapen!), die ich im Alltag täglich mal mehr, mal weniger aber doch jeden Tag verspüre.
Die Wanderung ist heute besonders einsam, führt über einen Kamm mit steilem Aufstieg über Veiglkogel und Reingupf zum Kieneck mit der Enzianhütte, was auch gut angeschrieben ist. Hier machen wir unsere erste Rast nach knapp 5 Stunden und packen unsere Jause aus.

Der weitere Weg wird als „alpin“ beschrieben. Darunter hätten wir uns in unserer malerischen Vorstellung etwas karges, bergiges erwartet, dem war jedoch ganz und gar nicht so. Der Weg ist sehr abwechslungsreich (so auch die gesamte Tour) und vielleicht wird unter alpin die Höhe, in der wir uns befinden (über 1000m Seehöhe) oder die Beschffenheit des Weges (eher schmale und wurzelreiche Pfade) verstanden. Der alpine Höhepunkt liegt jedenfalls beim Schutzhaus am Unterberg.
Nun folgen etwa 3 Stunden Abstieg. Zuerst über Waldwege, später über die Straße nach Rohr im Gebirge. Spätestens hier macht der Einsatz von Stöcken Sinn, vor allem um die Knie zu schonen. Meine Wegbegleiterin hatte etwas mit Knieschmerzen zu kämpfen, sodass wir schon befürchtet hatten, die weiteren Tage nicht zu schaffen, doch hat sie dies mit Tapes, ätherischen Ölen und einer guten Ladung Motivation super hinbekommen! Gegen 18 Uhr genehmigen wir uns auf der Hütte noch eine Portion Linsen. Ca. 20min vor unserem Ziel hat uns doch noch der Regen erwischt.

 

 

Zum Glück sind wir gut ausgestattet und gegen 20 Uhr in unserer Herbege, dem Kaiser Franz Josef Hotel direkt in Rohr im Gebirge, wo wir sehr freundlich empfangen werden. Übrigens wird hier auch auf Spezialwünsche, was das leibliche Wohl angeht, eingegangen! Das Hotel ist sehr sauber, das Personal super freundlich und die Lage natürlich perfekt, da direkt am Weg. Wir gönnen uns dort noch ein Abendessen, umsorgen unsere Druck- u. zehrenden Stellen und fallen um 22 Uhr nach einer warmen Dusche auch tatsächlich fix, fertig und mega glücklich und stolz in unser Bett gefallen – in dem wir 9 Stunden (!) geschlafen haben. Dieser erste Tag war mega schön und sehr anstrengend. In der Wegbeschreibung wird diese Etappe mit dem Schwierigkeitsgrad „schwierig“ angegeben. Technisch kann ich das nicht unterschreiben, doch ist sie körperlich fordernd, zumal du den ganzen Tag unterwegs bist.

 

Fr, 16.08.2019 – Etappe 4: Rohr im Gebirge – St. Aegyd am Neuwalde
Erst gegen 10 Uhr brechen wir heute auf, da wir erstens viel mehr Schlaf gebraucht haben als wir gedacht hätten und wir zweitens erst Unterkunft für den heutigen Tag und Notfallplan für Ninas‘ Knie zu organisieren hatten (kleiner Spoiler: auch heute ist wieder alles prima gegangen). Das Wetter ist wieder wunderbar (obwohl es für den heutigen Tag Regen angesagt hatte) und so starten wir in voller Montur und mit dem Vorhaben, heute genüsslicher zu wandern (da die heutige Etappe auch die weniger Anspruchsvolle ist). Das tun wir auch. Wir legen viele kurze Pausen ein und erfreuen uns schon jetzt an dem hübschen Weg. Die Beschilderung ist heute nicht so gut, so folgen wir dem „Themenweg“ und fragen an der Straße angekommen weiter, wie wir zum Alpengasthof Rieder in Kleinzell (Kalte Kuchl) kommen (wenn du die Bundesstraße erreichst rechts und dann gleich links – hier gibt es wieder ein gelbes Schild), das bei Motorradfahrern äußerst beliebt ist.
Noch eine kurze Anmerkung zur Umgebung: Das Hotel ist kinderfreundlich und der Themenweg auch für die Kleinen interessant, da es ein Waldpuzzle gibt, danach Tisch und Bänkchen als Jausenstation, Schilder, Beschriftungen und Infos über Flora und Fauna, sogar eine Anleitung für den Bau eines Wasserrades – also ein schönes Ausflugsziel auch für die ganze Familie!

 

 

Wir folgen dem Weg weiter bis wir eine Kapelle, deren Namen ich vergessen habe, die aber laut 3 verschiedenen Wünschelrutengehern ein wahrer Kraftort ist, erreicht haben. Hier machen wir kurz Halt, bestaunen eine kleine Ausstellung zum hiesigen Leben in einer früheren Zeit und genießen die abgeschiedene Gegend. Der Marsch ist heute im Vergleich zu gestern entspannend.

Wichtig: es gibt ab dem Bikergasthof keine Einkehrmöglichkeit. An dieser Stelle möchte ich einwerfen, dass es ansonsten jeden Tag genügend Gelegenheit dazu gibt. Eine etwas grausige Begegnung haben wir noch mit in Pfützen schwimmenden Würmern. Wir vermuten Parasiten, die vielleicht von Kühen ausgeschieden wurden. Das ist übrigens ein Punkt, der uns auch gefällt. Weiderind. Die Kühe scheinen hier ein vergleichsweise artgerechtes Leben führen zu dürfen, die Kälber leben mit den Mamas zusammen und werden ihnen scheinbar nicht entrissen. Das idyllische Kuhglockenläuten lädt zu einer Rast auf einer landschaftlich wunderschönen Wiese ein. Hier scheint die Welt einfach noch in Ordnung zu sein :). Wir befinen uns übrigens, so glauben wir, im Seebachtal und nehmen uns das erste Mal auch wirklich mal länger Zeit, um einfach nur zu sein, Rast zu halten, zu entspannen und den Geräuschen der Natur zu lauschen. Im Vergleich zu den gestrigen gut 42.000 Schritten gehen wir heute „nur“ etwas über 33.000 Schritte, also weit mehr Spielraum als gestern. Auch wurde die heutige Gehzeit laut Beschreibung mit 7 Stunden und 15 Minuten angegeben.

 

 

So kommen wir nach 19 Uhr in unserer Herberge, dem Gastof zum Niederhaus (Familie Perthold) in St. Aegyd am Neuwalde an, wo wir schon freundlich erwartet werden. Kurz vor dem Ortsschild sind auch wieder Menschen hörbar, denn wir befinden uns gleich neben dem Stockschießplatz, wo gefühlt die Post abgeht – vor allem im Vergleich zu den einsamen Wegen, die wir heute wieder beschreiten durften.
In unserer Bleibe gibt es sogar für EUR 5 die Möglichkeit, einen Wellnessbereich mit Sauna und Dampfbad zu nutzen! Leider haben wir das in unserer Euphorie und vermutlich auch während der Verarbeitung der vielen vor allem landschaftlichen Eindrücke verschwitzt. Immerhin freuen wir uns wieder über ein leckeres Abendmahl (ich habe auch genügend Pflanzliches gefunden, indem ich mir einfach ein paar Beilagen zusammengestellt habe) und kommen heute weit später in die Federn als gestern und brauchen auch viel weniger Schlaf als in der Nacht davor. Übrigens haben wir die Energie der heutigen Wanderung dafür genutzt, alles, was wir an uns nicht mögen, los- und auf dem Weg liegen zu lassen. Also – das Nicht-Mögen :). Das war ein sehr schönes Erlebnis und ein ganz wundervoller Austausch. Selbstliebe, baby!

 

Sa, 17.08.2019 – Etappe 5: St. Aegyd am Neuwalde – Mariazell
Heute haben wir gut 9 Stunden Marsch und über 27km Wegstrecke vor uns.
Wieder stärken wir uns mit einem leckeren Frühstücks-Buffet und starten kurz nach 8 Uhr hoch motiviert mit dem Abriss des heutigen Kalenderblatts „Danke, indem du singst und tanzt, wie es die Sonne und Sterne am Himmel tun“ (Indianische Weisheit) in unsere letzte Etappe. Der Weg beginnt auf Asphalt und ist anfangs sehr leicht zu gehen. Tipp des Tages: Lese die Wegbeschreibung ganz genau. Auf dieser Strecke gibt es einige Highlights. Wir treffen auf einen sprechenden Baum. Wir können die Energie dieses Baumes förmlich spüren (scheinbar nicht nur wir, da er bereits von einigen Wandersleuten mit Sprüchetafeln geschmückt wurde), bei mir fließen sogar ein paar Tränchen und ich darf mich über Impulse freuen, die mich in eine gute Energie und Richtung bringen.

 

Nach einer Weile kommt uns vor, wir betreten eine neue Welt, da die beiden Bäume wie das Tor in dieselbige wirken.

 

Auf dem Weg zum Hubertussee begegnen uns zwei rüstige Damen 70+, die sich ebenfalls auf Wanderschaft befinden (jedoch nur als Tagesausflug) und wir denken: So möchten wir dann auch drauf sein. So bewandern wir kurz darauf diesen wunderschönen besagten See, fotografieren ein sehr ogiginell gewandetes Trachtenpärchen (hier ist überhaupt viel los) und nutzen die Kulisse auch für selfies & Co.

 

 

Am späten Nachmittag dürfen wir während des Erwanderns des Habertheuersattels noch Freundschaft mit den Kindern einer Eidechsen-Familie schließen. Nina ist im Naturfotografiehimmel und wir staunen darüber, wie zutraulich diese possierlichen Tierchen doch sind. Als schienen sie zu sagen: „Komm, hier sind wir und posen für euch.“

 

 

Auch wenn dieses Erlebnis sehr besonders ist, sinkt meine Motivation in der letzten Stunde schon etwas. Ich stärke mich mit meiner bisher für Notfälle aufgehobenen Konservendose mit Kichererbsen, Gemüse und Kokosmilch und freue mich einerseits schon sehr, bald angekommen zu sein und bin andererseits auch etwas traurig, dass es schon wieder vorbei ist, da mir diese 3 Tage seeeeeeeeeehr gut getan haben. So kommen wir gegen 18:30 Uhr endlich in Mariazell an, besuchen die Kerzengrotte, in der wir traditionell Teelichter für unsere liebsten Verstorbenen anzünden, genießen ein deftiges letztes gemeinsames Abendmahl plus Eis als Dessert und werden um 20:30 Uhr von meinem Mann mit kids (ein Schlafendes, ein Waches) abgeholt (die Mariazeller-Bahn fährt auch nur bis 17 Uhr).

 

Von mir aus hätten es auch gerne 10 Tage sein können – mit mindestens einem Wellness-Tag dazwischen :).
Wir sind dankbar dafür, dass wir gut in Mariazell angekommen sind – trotz ein paar körperlicher Kleinigkeiten. Dankbar, für die Schönheit der Natur, die wir erleben durften – inklusive ihrer Bewohner (besonders sind uns natürlich die kleinen Echsen in Erinnerung geblieben), das Wetter, das super ausgehalten hat, die Ruhe & Einsamkeit der Wege, der Reichtum an Abwechslung was die Strecke angeht, das jeweils für sich In-Stille-Sein-Können und sich auch tiefgründig auszutauschen, für neue Impulse , für die beiden wirklich super netten Herbergen, diese kleine Auszeit und letztendlich für die ganze Erfahrung an sich.

 

Orientierung:
Der Wiener Wallfahrerweg 06 ist recht gut beschildert, erkennbar an den gelben Pfeiltafeln. Ansonsten folgst du einfach der üblichen rot-weißen Wanderweg-Markierung. Oft steht auch noch eine „06“ darauf. Wo es keine Hinweise gibt, einfach weitergehen und dem Wegverlauf folgen bis zum nächsten Hinweisschild. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass, solange nichts Gegenteiliges angezeigt wird, der Weg einfach weitergeht. Somit würde ich dem Abbiegen auf eigene Faust eher abraten. Die Strecke ist insgesamt extrem schwach frequentiert, was uns sehr gut gefallen (und getan!) hat, wir haben diese Stille total genossen. Doch wenn wir einmal Zweifel hatten, war interessanterweise gerade zu diesem Zeitpunkt jemand zur Hand, der uns weiterhelfen konnte. Die Ortsansässigen waren übriens jeweils wirklich sehr freundlich, offen und hilfsbereit. Zudem scheint beim Anblick von Menschen mit größeren Rucksäcken und Wanderstöcken jeder in der Region zu wissen, dass man nach Mariazell geht :).

 

Hilfreiche Begleiter bei einer Wanderung im Sommer

  • Wanderstöcke, um den Rücken zu entlasten und eventuell weniger geeignete Schuhe zu kompensieren. Am besten sind diese verstellbar für Aufstiege.
  • Tape (gibt’s in jeder Apotheke) für Druckstellen vom Rucksack oder auch von Schuhen
  • Gute Wanderschuhe sind natürlich immer von Vorteil, um Verletzungen wie Überknöcheln vorzubeugen, auch geben sie Gelenken mehr Stabilität. Ich bin mit meinen „billigen Sketchers“ gut über die Runden gekommen. Sie sind allerdings sehr weich, doch konnte ich hier mit den Stöcken wirklich gut unterstützen.

  • Mikrofaserhandtuch – für Schweiß, Herbergen ohne Handtücher, zum Draufsetzen,…
  • Schweizer Messer
  • Regen- u. Sonnenschutz (ev. Kappe, leichte Haube)
  • Powerbank (wobei wir mit unseren Nicht-A1-Handys kaum wo Empfang hatten)
  • Eine leichte Jause wie Riegel, Obst und Gemüse (Achtung Gewicht!), Nüsse, Maiswaffeln, Haferflocken (kann man unterwegs mit Wasser anrühren), Nussmus kann nicht nur pur genossen, sondern auch als Aufstrich oder „Milch“-Konsistenz für ein Müsli verwendet werden
  • Wasser (1-2 Liter in Plastikflaschen, weil leichter als z.B. Glas)
  • (Hütten-)Schlafsack – je nachdem, welche Art der Übernachtung geplant ist (wir haben uns für die beiden Nächte echte Hotelzimmer mit Frühstück gegönnt)
  • Ätherische Öle als Mini-Notfallsapotheke, ich benutze diese.
    ⦁ Terra Shield als Insektenschutz
    ⦁ Deep Blue / Rescuer für Muskel- und Gelenksschmerzen, leichten Zehrungen, kurz gesagt für den Bewegungsapparat
    ⦁ Lavendel für erholsamen Schlaf, Beruhigung der Haut (auch bei Insektenstichen und zur Zeckenabwehr)
    ⦁ Lemon für das morgendliche warme Wasser für einen guten Start in den Tag
    ⦁ ein Motivationsöl z.B. „Motivate“, wir hatten „Elevation“, für harte Zeiten bzw. auch gleich einen guten Start
    ⦁ Peppermint zur Abkühlung bei Hitze, Kopfschmerzen
    ⦁ ZenGest zur Verdauungsregulierung (sowieso immer sinnvoll bei jeder Art von Reise)
    ⦁ On Guard / Stronger für Immunsystem und Kraft/Stärke

 

Das war sonst noch in meinem Rucksack

  • Stirnlampe
  • Taschentücher
  • Kleines Seil
  • Schere
  • Nagelzwicker und Pinzette
  • 1 Shirt langärmelig
  • 3 Shirts kurzärmelig
  • 1 Paar lange Leggings, 1 kurze Laufhose, 1 Dreiviertel-Hose
  • Unterwäsche
  • 1 Sportjacke wasserdicht (statt Regenjacke)
  • Zahnbürste, Mini-Tube Zahnpasta, Mini-Fläschen Duschgel & Schampoo (hätte es in beiden Hotels nicht gebraucht), kleine Bürste, 2 Haargummis, 2 Spangerl, 1 Mini-Körpercreme, Puder (als Deo)
  • Jausensackerl für 3 Tage: ein paar kleine Vollkornbrote (glutenfrei), 1 Packung Mais-Amaranth-Waffeln, 1 Dose Kichererbsen mit Kokosmilch und Gemüse (von DM), 2 Pkg. Nüsse, ein bisschen Mandelmus, Weintrauben und Tomaten von Schwiegermamas‘ Garten (gleich zu Beginn verzehrt, weil schwer und schnell verderblich), 6 Äpfel, 3 Rohkost-Riegel (vertrage ich nicht so gut aufgrund der für mich blähenden Kombi aus Früchten und Nüssen, gibt aber Kraft und ist praktisch), 2 Spitzpaprika. Das war auch mehr als ausreichend für eine Person. Nina hatte noch dunkle Schoki mit extra Alufolie mit, die hat auch super gehalten!
  • 2 kleine Plastiksackerl für Schmutzwäsche und Müll

 

Ernährung auf Wanderschaft
Wir haben uns täglich ein Frühstück(sbuffet) gegönnt und ein warmes Abendessen. Nina und ich sind zwei vollkommen verschiedene Verstoffwechsler, was für mich als Ernährungstrainerin natürlich sehr interessant zu beobachten war.
Ich brauche nicht viel. Ich habe am meisten Energie, wenn ich kaum esse bzw. waren am ersten Tag die Weintrauben aus dem Garten der Mega-Energie-Boost für mich und ich hätte Bäume ausreißen können (was zu diesem Zeitpunkt mitten im Aufstieg auch echt perfekt war). Dafür ist mir abends – vor allem nach so einer Anstrengung – nach etwas Warmem, Deftigem. Auch wenn ich normal sehr leicht und fruchtig frühstücke, zudem auch eher spät (ab 10 Uhr), habe ich mir morgens auch mal Müsli eingeschoben und weil ich echt Bock drauf hatte (in diesen 3 Tagen habe ich sämtliche Ernährungsmuster über Bord geworfen) eine Butter-Semmel gegessen, da ich keine Lust hatte, auch noch täglich ein frisches Frühstück auf meinem Rücken mit zu transportieren. Doch leider macht mich ein „richtiges“ Frühstück total schwer und träge und ich brauchte immer eine Weile, um gut in die Gänge zu kommen. Außerdem habe ich (ich war neugierig und habe gemessen) knapp 1kg zugenommen in diesen 3 Tagen, baue auch generell schnell auf und nehme bei Sport nie ab – eher – wenn wir vom Gewicht sprechen – zu! Trotzdem liebe ich Bewegung und möchte hier bitte nicht gegen Sport wettern, zudem er einfach soooo gut tut und auf ganzer Linie einfach gesund ist. Mein Körper braucht also echt nicht viel, mein Ego/meine Psyche aber schon :).

Bei Nina sieht das wieder ganz anders aus. Sie kann wild kombinieren, auch mal schwerer frühstücken (was sie normal auch eher später macht), denn das gibt ihr Kraft und Energie (vielleicht auch eher gefühlt, denn ansich hat der Körper mehr Energie, wenn er nicht gerade mit Verdauung beschäftigt ist). Überhaupt kann sie, wenn sie sportelt, sehr viel essen. Ich hab sie jetzt nicht gefragt, ob sie abgenommen hat, aber ich konnte schon nach dem ersten Tag ihren super flachen Bauch mit der eindeutig schmäler gewordenen Taille bestaunen und sie hat auch bestätigt, dass sie bei solchen Aktionen in der Regel an Gewicht verliert.

Fazit: Beobachte, was dir guttut, was dir Kraft gibt – nicht nur körperlich, sondern auch geistig bzw. psychisch, um gut durchhalten zu können! Bei so einem Ausnahmezustand darf auch das Ernährungsprogramm mal aus der Reihe tanzen, doch sollte es dir auch helfen, dein Ziel zu erreichen. Unser Ziel war: nach 3 Tagen Mariazell erreichen. In diesem Fall natürlich auch wieder interessant das Thema ganzheitlich genährt sein. Uns hat diese Wanderung auf jeden Fall viel mehr Kraft gegeben und uns auf anderen Ebenen genährt (die Natur, Abwechslung, das Gehen selbst, die Ruhe, das zusammen Sein,…), als es uns Kraft gekostet hat!

 

Ein paar abschließende Worte zu dieser 3-tägigen Wanderung:

  • Die Wege sind sehr einsam, was uns beiden sehr gut getan hat
  • Suche dir einen Wegbegleiter, mit dem du auch mal in Stille gut sein kannst
  • Für mich war es die perfekte Auszeit zu meinem fordernden Alltag vor allem als Mama mit einer ständigen Geräuschkulisse
  • Ich hatte mir ein „spirituelles Erlebnis“ gewünscht. Dieser Wunsch ist mit dem „sprechenden Baum“ in Erfüllung gegangen <3
  • Wiedermal haben sich die ätherischen Öle als wahre Schätze für mehr Leichtigkeit entpuppt, ohne die ich nicht mehr sein möchte

 

Alles Liebe,

Deine Manu

 

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